Eine der kritischen Unterscheidungen, die sich Vorstandsmitglieder bewusst sein müssen, ist der Unterschied zwischen ESG-Reporting im engeren und ESG-Kommunikation im weiteren Sinne. ESG-Reporting beinhaltet standardisierte Offenlegungen anhand von Metriken, die die Leistung eines Unternehmens nach festgelegten Kriterien nachverfolgen. Dieser Prozess unterliegt strengen Richtlinien, wie etwa denen der Global Reporting Initiative (GRI), des Sustainability Accounting Standards Board (SASB) oder auch der Sustainability Reporting Directive (CSRD). Das Ziel bei all diesen Standards ist es, evidenzbasiert Daten und strukturierte Aussagen zu erhalten, die Stakeholder nutzen können, um die ESG-Leistung eines Unternehmens zu bewerten und mit der anderer Unternehmen zu vergleichen.
Die ESG-Kommunikation im weiteren Sinne geht jedoch weit über das klassische ESG-Reporting hinaus. Sie ist integraler Teil der strategischen Positionierung eines Unternehmens auf kommunikativer Ebene und in einigen Fällen sogar Treiberin der strategischen Positionierung eines Unternehmens in seinen Geschäftsfeldern, zuletzt auch unter Einbezug seiner Lieferketten.
Bei der ESG-Kommunikation geht es weniger um die Einhaltung fester Kennzahlen oder Pfade als vielmehr um die Darstellung einer Vision, von Überzeugungen, strategischer Verpflichtungen und Glaubwürdigkeit der Umsetzung. Während die Berichterstattung an genaue Richtlinien gebunden ist, ist ESG-Kommunikation ein umfassendes Unterfangen, das darauf abzielt, verschiedene Stakeholder – von Investoren und Mitarbeitern bis hin zu Verbrauchern und Gemeinden – einzubeziehen.